Das ist Bali – Leben in einer anderen Kultur

Overdressed-Bali-DefinitionBali, eine der beliebtesten Inseln in Asien, surfer’s paradise und für manche sogar ein Lebensgefühl. So wird Bali vom Lonely Planet bis hin zu den Einheimischen beschrieben. Doch Oliver Alex sagte schon, „Erfahrungen sind nicht vermittelbar!“. Der Mensch glaubt nur das, was er selbst erlebt hat. Und wenn alle so über Bali reden, das eigene Interesse weiter wächst, gibt es nur eine Möglichkeit, man muss selbst hin!

Dafür musste sich jedoch erst noch, wie im Beitrag Working Remote bereits berichtet, die berufliche Situation ändern. Die Offensive in die Selbstständigkeit wurde gewagt. Denn der Besuch auf Bali sollte kein kurzer Urlaub à la Pauschaltourist werden, nein. Es sollte ein Aufenthalt über mehrere Monate werden mit zwei Zielen:

  1. Wie ist das, wenn man das erste Mal für sechs Monate weg aus Deutschland und getrennt von Familie und Freunden, in einer völlig fremden Kultur lebt?
  2. Ist es möglich mit mehreren Teams in verschiedenen Zeitzonen effizient und effektiv zu arbeiten?

Über den Erfolg oder Misserfolg des zweiten Ziels, Working Remote aus Indonesien, schreibe ich den Zweiten von drei Teilen in der Kategorie Berufsleben, mit allen Höhen und Tiefen. Das erste Ziel, Leben in einer anderen Kultur, ist nun bereits einen vollen Monat im Gange.

Der erste Eindruck von Bali

Die Insel Bali liegt zwischen Java und Lombok, mitten im Indischen Ozean und bietet neben ihrem aktiven Vulkan, ein angenehmes tropisches Klima 😉 und noch viel, viel mehr…

DoubleSix-Beach-Kuta-Bali

Double Six Beach Kuta, Bali

Ich war auf meinen Asientouren bisher in Thailand, Kambodscha, Vietnam, Malaysia und Singapur. Nur vorne weg! Schließt man Singapur aus, dann ist Bali der mit Abstand sauberste, besiedelte Fleck, den ich in Asien bisher besucht habe. Doch auch in den Punkten Hilfsbereitschaft, Gastfreundlichkeit und innere Gelassenheit sind die Balinesen, nach meinem Empfinden, den anderen Kulturen voraus. Natürlich gibt es auch hier den Kontrast zwischen touristischen Ballungsgebieten und ländlicher Kulturpur-Gegend und mit dem Wandern zwischen diesen Welten, verändern sich neben der landschaftlichen Idylle, eben auch die Menschen.

Mein erster Monat auf Bali

Die Eindrücke überwältigen einen, wenn man zum ersten Mal eine neue Kultur besucht. 

Die traditionelle Kleidung, bei Männern der Sarong, ist genau so interessant, wie die neue Bauweise und alle Alltagseindrücke. Menschen begegnen einem immer mit einem Lächeln und so beginnt man selbst, jedem ein Lächeln zu schenken. Die Frage, „Wie geht es dir?“ (indo.: Apa kabar?), ist hier keine Floskel, sondern ein ernst gemeinter Gesprächseinstieg. Nach dieser Frage wird ein jeder, egal ob Einheimischer oder Touri, ausgefragt. „Wo kommst du her?“, „Wie heißt du?“, „Was machst du?“ und „Brauchst du etwas?“, sind nur ein kleiner Auszug. Meine Erfahrung war, einfach darauf einlassen und das gleiche Interesse gegenüberbringen. Schon plaudert man über die Gegend und erhält hier und da hilfreiche Tipps.

Diese Hinweise führen einen dann zu Märkten und kleinen Restaurants (bal.: Warung), die mit interessanten Gerüchen und Speisen locken und nicht als Geheimtipp im Lonely Planet stehen. Geschmacklich sind diese so gut und vielfältig, dass sie sich international nicht verstecken müssen. Klar ist der europäische Gaumen nicht alle Geschmacksrichtungen gewohnt, doch auch hier gilt es erneut – einfach darauf einlassen und nicht voreingenommen sein. Nach diesen ersten immer wiederkehrenden Erlebnissen fehlen aber noch ein paar grundlegende Besorgungen, um einem gewissen Alltag Einzug zu ermöglichen.

Der eigene Alltag in Canggu

Dass ohne ein Visum auf Bali gar nichts geht ist offensichtlich. Da es schon genügend Artikel im WorldWideWeb gibt, wie man sich ein 30 oder 60 Tage Visum besorgt oder wie man sein 30 Tage Visum auf Bali direkt verlängert, verzichte ich darauf. Genauso wo man einen Roller bekommt, denn der wird einem an jeder Ecke zu einer Monatsmiete von 600.000 IDR (37,50€) angeboten. Der Verkehr auf Bali ist auch harmlos im Vergleich zu Bangkok oder Saigon. Also nur Mut und Roller ausleihen, vorsichtig Fahren müsst ihr genau so wie in Deutschland 😉 Wer dennoch Fragen dazu hat oder Hilfe benötigt kann mir gerne schreiben.

Völlig neu dagegen war für mich das Electricity-PrePaid-System, das es hier in jeder Villa gibt, somit auch in unserer Villa Thalassa in Canggu. Doch wie funktioniert das?  Jede Villa hat einen Stromzähler, nur dass dieser auf Bali rückwärts zählt und die verbleibenden kWh anzeigt. Um diesen wieder aufzuladen kann man mit der Stromzählernummer in jeden Supermarkt gehen. Am einfachsten geht es im Coco-Mart, da es dort spezielle Automaten gibt. Lustiger war es jedoch das erste Mal in einem kleinen Laden, als ich von den Automaten noch nichts wusste. Stromzaehler-Bali-DerUrsM-de Voller Zuversicht erklärte ich der Verkäuferin auf Englisch, dass wir Strom aufladen möchten. Diese nickte und sagte, ohne jegliche Englischkenntnisse, verständnisvoll „Jaaa, Jaaa, okääääi“ und ehe ich ihr noch unsere Stromzählernummer sagen konnte – zacky bääm – hatte ich neues Handyguthaben 😀

Danach funktionierte es aber genauso wie am Automaten. Man sagt oder gibt die Stromzählernummer ein, zahlt den gewünschten Betrag, um den der Strom aufgeladen werden soll, und tippt zum Schluss die eigene Handynnummer ein. (nicht mehr wie beim ersten Mal zuerst die Handynummer 😉 ) Anschließend erhält man einen Code auf das Handy, den man daheim in den Stromzähler eingibt… uff, geschafft 😉 Zurzeit verbrauchen wir mit circa vier Stunden Klimaanlage (nachts), Licht, sobald es dunkel ist, Kühlschrank (rund um die Uhr) und Laptop + Handy laden, circa 18 kWh am Tag. Eine kostet aktuell 1.400 IDR (0,08€). Ein weiteres Highlight am Stromzähler ist, dass dieser sobald nur noch 25 kWh aufgeladen sind, laut stark das piepen anfängt, was wirklich nervtötend ist und die Nachbarschaft weckt. Also immer brav vorher aufladen. Gerade weiß ich leider nicht, wie viel ein drei Personen Haushalt in Deutschland benötigt und habe daher keinen Vergleich, ob die 18 kWh viel sind oder nicht. Für Wasser (Duschen, Abwasch und Pool) wird beim Mieten der Villa nichts extra berechnet – woher das kommt, habe ich noch nicht raus gefunden.

Nahrungsversorgung in Canggu

Nach so einem Erlebnis knurrt einem erst mal der Magen 😉 Auf Bali, speziell in Canggu, ist es gut möglich, sich mit den vielen Einkaufsmöglichkeiten von Tante-Emma-Läden und Supermärkten selbst zu versorgen. Die Preise schwanken zwar von Laden zu Laden sehr stark, wodurch die Milch im Alfamart in Kerobokan 16.000 IDR (1,00€) kostet und zwei Kilometer weiter, in Canggu, schon 21.000 IDR (1,30€). Doch mit der Zeit kennt man alle Läden und weiß sich zu arrangieren und kauft die Wassermelone bei Tante Emma, die Papaya im Pepito Mart und Eier im Straßenladen von Madeé. Fleisch oder Fisch wird nur gekauft, wenn dieser am gleichen Tag noch verarbeitet wird, da es am nächsten Tag schon verdorben ist. Für den Transport von nur zwei Kilometern gibt es kostenlos Eis mit in die Tüte, was bei den Temperaturen für die Frische perfekt ist. Wasser gibt es in 19 Liter Gallonen. Preislich ist es kein Vergleich mit Deutschland, doch ist das auf Preise achten aus Deutschland noch verinnerlicht und so fängt man auch hier an, auf die Preise zu achten.

Das ist auch der Grund, wieso es so gut wie nie Käse gibt, da beispielsweise 100gr Emmentaler circa 8€ kosten. Zum Leid aller Touris gibt es auch gar keinen Quark, was auf die Laktoseintoleranz der Einheimischen zurückzuführen ist. Doch so ist das eben in einer anderen Kultur, man muss sich arrangieren.

Ist der Alltag zu ausgefüllt oder die Lust zum Kochen ist beim Surfen ins Wasser gefallen, kann man auf Bali in einem der Warungs sehr gut und preiswert Essen. Im Angebot gibt es von fruchtigen Smoothies, einer ganzen Kokosnuss und Tees über Salate, Burger und Wraps bis hinzu allen einheimischen Gerichten (Gado Gado, Bakso). Natürlich alles nach Wunsch mit viel Fleisch oder ganz vegan. Was einem an dieser Stelle spätestens auffällt, ist, wie krass darauf geachtet wird, dass das Essen gesund und ausgewogen ist. Ich hab mich in Deutschland würde ich sagen auch gesund ernährt, doch so bio und öko wie hier hat es sich noch nie angefühlt 😀

Die nächsten Beiträge auf DerUrsM

Doch auch Bali hat noch mehr zu bieten als Strom, Wasser und Nahrung. Was es von Uluwatu bis Buleleng noch zu erleben gibt, werde ich versuchen alle zwei Wochen, zu berichten. Wie viel Wasser man bei den ersten Surfversuchen schluckt, findet ihr die Tage noch in der Kategorie Sport, genauso wie das Taucherlebnis auf Lankayan (Malaysia).

Gegen Ende Mai gibt es dann auch den Beitrag – Die Schattenseiten von Bali. Warum ich warte? Ich möchte es erst mal wirken lassen, ob es wirklich so schlimm ist oder es nur am ersten Eindruck liegt.

  • Kategorie Bali Reisen

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