Surfen lernen auf Bali – Von der Landratte zum Weißwasserpiraten

Surfing-on-BaliAuf Bali wurde das Surfen nicht erfunden. Ein Amerikaner, so wird es in der Geschichte Balis belegt, hat den Balinesen/-innen die Kunst dieses Brettsports beigebracht. Seitdem ist Bali ein Wallfahrtsort für die Surfszene, denn die Bedingungen sind ganz nach dem Geschmack der Profis – das ganze Jahr perfekt. So bleibt mir, einem sportverrückten Menschen, der im Winter nichts lieber macht als Snowboarden und im Sommer jede Chance nutzt, um auf ein Wakeboard zu kommen, gar keine andere Wahl. Auf Bali wird das Wellenreiten (Surfen) gelernt.Surfschulen und Surfcamps gibt es hier wie Sand am Meer. Die Rip Curl Surf School bietet am Double Six Beach in Seminyak Gruppenkurse mit Brett, Helm 😀 und allem drum und dran an. Ansonsten bringt einem jeder zweite Freund eines Surfbrettverleihers alles Nötige bei. Mein lieber Freund Markus, der schon ein Jahr zuvor die ersten richtigen Wellen nahm, war zuversichtlich, dass er mir dies in 30min zeigen könne. Denn wer sich schon auf einem Snow- und Wakeboard halten kann, den wird die Balance nicht im Stich lassen.

Die Ausrüstung eines Anfängers

In Jeans surft es sich bekanntlich schlecht. Daher zog ich los, um erstmal eine passende Boardshort von „7 Shores“, einer lokalen Marke, und ein balinesisches Surfshirt (Lycras) zu kaufen.  Das Surfshirt ist wichtig, da sich sonst vom vielen Liegen und im-Liegen-Paddeln die Haut durch das Surfbrett abschürft. Das brennt im Salzwasser ziemlich unangenehm. Sobald sich die Haut daran gewöhnt hat, kann es später auch weggelassen werden. Dann sollte aber Sun-Blocker aufgetragen werden ;-).
Komplett ausgestattet ging es zum Surfverleih. Als blutiger Anfänger wird auf ein so genanntes Foamie (Softboards) gestiegen. Das ist ein breiteres und längeres Surfbrett, das durch sein leichtes Schaumstoff-Material mehr Auftrieb als die Bretter der Profis hat. Diese fahren übrigens so genannte Shortboards aus Fiberglas gemacht. Aber dahin ist es für mich noch ein langer Weg.

Surfexpertin Anky erklärt, wieso: „Wer zu früh auf ein zu kurzes Brett umsteigt, versaut sich den ganzen Stil. Die Haltung, die Balance, Pop-Up/ Take Off, Turns… einfach alles. Erst wenn der Bewegungsablauf auf einem längeren Board gut sitzt, sollte auf ein kürzeres umgestiegen werden. Daher ist für Anfänger ein langes Foamie mit mehr Stabilität und gutem Speed im white water perfekt zum Erlernen der Grundlagen. Das bedeutet, dass auch schwächere Wellen gut antreiben und das Aufstehen und Stehen an sich in diesen gut geübt werden kann. (Wenn die Welle schon gebrochen ist und ausläuft, schiebt sie nur noch Gischt vor sich her – white water) Der Nachteil an einem langen Foamie ist, dass es sich schwerer steuern lässt. Was aber noch in weiter Ferne des Machbaren liegt :D, da als Anfänger das Aufstehen und Stehenbleiben schon schwer genug wirkt.

Trockenübungen und Vorbereitung

An Land gibt es dann auch erst knallharte, trockene Theorie… Das Prinzip gegen die Wellen zu paddeln wird erklärt, wie unter größeren durchgetaucht wird, ob Turtle-Roll oder Duck-Dive und ! WICHTIG ! das Aufstehen und der so genannte Pop-Up, mit dem man sich aus dem Liegen zum Stand hochdrückt, um die Welle zu nehmen. Zusätzlich zu der hilfreichen Unterrichtsstunde mit Markus habe ich mir noch auf www.surfing-waves.com die Tutorials durchgelesen und angesehen. Auf dieser Seite sind die einzelnen Schritte super erklärt und worauf es zusätzlich besonders zu achten gilt. Mit der Kombination aus 20 Minuten Erklärungen, Vormachen von Markus und der Website habe ich die Grundlagen innerhalb von einer Stunde drauf gehabt. Der Rest – bekanntlich Übungssache.

Mit dem Surfbrett ab in die Fluten

Also geht es am Anfang immer wieder ins Weiß-Wasser hinein, um erst einmal das Aufstehen und Stehen zu üben. Dieses muss zackig (bäääm) klappen, da dies später in grünen Wellen entscheidet, ob der Surfer die Welle bekommt oder nicht. Das heißt auch, dass ich als Anfänger lernen muss, Wellen zu lesen und ein Auge dafür zu entwickeln, wo sich die Welle bricht.

Gemeint ist damit, zu sehen wo die Welle am Wellendach als erstes weißes Wasser bildet und wie die Welle bricht. Ob sie nach links oder rechts oder einfach vollständig nach vorne bricht. (Blickrichtung: Vom Strand auf’s Meer). Denn ja nachdem mit welchem Fuß der Surfer vorne steht kann es am Anfang angenehmer sein nur eine bestimmte Welle zu nehmen. So wurde mir erklärt, dass ich als „Regular“ Fahrer (linker Fuß vorne) am ehesten Wellen surfen sollte die nach links brechen. Sobald der Pop-Up so gut läuft, dass man auf Anhieb in der richtigen Position am Surfbrett steht, kann man auch schon anfangen größere Wellen zu surfen. Oder sich auch vom Foamie verabschieden und „Hallo“ zum Malibu sagen.

Das Malibu ist zwar immer noch ein langes Surfbrett, aber bereits aus dem Kunststoff-Material der Profi-Boards. Für den besseren Halt ist die Oberfläche bereits eingewachst, denn ohne wäre es verdammt rutschig. Auf dem Malibu geht das ganze Spiel dann quasi von vorne los. Wellen lesen lernen, die richtige Position finden und nicht demotivieren lassen, von dem ganzen Wasser das man schluckt. Dagegen hilft beim Maiibu nur Luft anhalten und Turtle-Roll.

Für Frust ist aber Surfen auch einfach zu geil, zu anstrengend und zu fördernd und was weiß ich noch alles, um jemals damit wieder aufhören zu können. Allein die Nebeneffekte beim Surfen – Muskeln (Surferboy-Six-Pack) und eine immer freie Nase durchs Paddeln im Salzwasser.

Demnächst in der Kategorie Sport…

Sobald mein Brett kürzer wird und die Wellen immer größer, mich nicht mehr so oft schmeißen und durchwirbeln, kommt auch das erste Video und der nächste Beitrag.
Bali ist aber auf jeden Fall der richtige Ort, um das Surfen zu lernen – yeeeaaah – In diesem Sinne…

There is always a wave, that makes the session

  • Kategorie Sport

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