Tauchurlaub auf der Insel Lankayan

Urs-auf-dem-ScooterAls Tourist auf Bali mit einem „Visa on Arrival“ muss man spätestens nach 30 Tagen ausreisen. Wenn man schon einmal circa 12.000 Kilometer von zu hause entfernt ist, dann will man auch die Umgebung erkunden. Für eine Ausreise kommen Länder wie Singapore, Malaysia, Philippinen oder Australien in Frage. Die erste Ausreise mit Julia, die auf frolleinliebelei.com schreibt, und Markus (marfert.de), ging nach Lankayan Island. Eine kleine Insel an der äußersten Grenze Malaysias zu den Philippinen. Was man dort machen kann – chillen, eine Schildkröten-Aufzucht besuchen und Tauchen 😉 langt auch!

Von Bali über Sandakan nach Lankayan

Die Reise von Bali nach Lankayan gingen wir über Borneo an. Zwischenstopps waren Kota Kinabalu (Borneo, Malaysia) und Sandakan (Borneo, Malaysia). Kota Kinabalu ist für seinen Nachtmarkt bekannt, auf dem es die verschiedensten Leckereien und Köstlichkeiten aus Malaysia zu probieren gibt. Natürlich sollten Touristen immer etwas aufpassen, was da gegessen wird. Der europäische Magen verträgt nicht alles auf Anhieb.– If you know, what I mean 😉 Trotz alledem kann hier jeder frischen, guten Fisch satt für günstig essen. Es ist ein Spektakel, dem nächtlichen Markttreiben zu zusehen. Mit welchem Geschick die Frauen und Männer in dem Gewusel den Überblick behalten und in einer Affen-Geschwindigkeit alles zubereiten. Da läuft einem sofort das Wasser im Mund zusammen. 😀

Sandakan ist in der Geschichte für „die Todesmärsche von Sandakan“ bekannt und hatte eine beachtliche Bedeutung im früheren Holzhandel, was heute jedoch nicht mehr zu erkennen ist. Bevor wir aber von Sandakan aus nach Lankayan aufbrachen, unternahmen wir auf dem Kinabatangan eine „Wildlife-River-Tour“. Jeder, der es in diese Ecke von Borneo schafft, sollte sich Zeit für solch eine Flussfahrt nehmen. Es ist auf jeden Fall atemberaubender als jeder erdenkliche Zoobesuch. Tiere, die bisher nur aus viel zu kleinen Gehegen bekannt sind, in freier Wildbahn: Krokodile, Orang Utahs, Nasenaffen, Vögel und Elefanten, um euch nur einen Auszug der zu beobachtenden Tiere zu nennen. Die höchste Wahrscheinlichkeit, die ganze Palette an Tieren anzutreffen, ist zum Sonnenaufgang oder –untergang. Also ruhig ein bis zwei Tage in einer der Unterkünfte am Fluss verbringen. Dann kann es auch schon mal bei einer Fahrt passieren, dass es wie bei uns Wildwechsel auf der Straße gibt. Nur dass dieser nicht wie im europäischen Raum aus Rehen oder Wildschweinen besteht, sondern eben aus Elefanten 😉 Atemberaubend!

Von Sandakan aus dauert es dann auch nur noch zwei Stunden Bootsfahrt, bis die Insel Lankayan erreicht wird. Wer diese versucht auf Google Maps zu finden, sucht vergeblich. Die Suche wird im Wasser enden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

  •  Lankayan ist wirklich ein verdammt kleines Paradies, dessen Anlage auch gar nicht vollständig auf die Insel passt und teils auf Stelzen im Wasser gebaut ist.
  • Lankayan ist einer der äußersten Militärstützpunkte der malayischen Marine, um das Land vor illegalen Einwanderern und Piraten der nahe gelegenen Philippinen zu schützen.

Vielleicht sind es auch beide Gründe. Keines von beiden macht Lankayan aber zu einem minderwertigeren Reiseziel. Im Gegenteil, perfekt zum Baden in der Sonne und Tauchen!

Das Tauch-Resort Lankayan

Ein sportverrückter Urs geht natürlich auf solch einer Insel Tauchen. Das letzte Mal Tauchen war im Dezember auf Koh Lipe, einer Insel in Thailand. Dieser wird nachgesagt „die Malediven von Thailand“ zu sein. Was nebenbei nicht wirklich stimmt 😉 Lankayan dagegen wird der Unterwasserlandschaft der Malediven schon eher gerecht. Wer nicht auf Lankayan tauchen war, der hat etwas verpasst. Alleine das künstlich angelegte Hauswrack bietet bei Nachttauchgängen einer Familie von so genannten „Dump-Head“-Fischen Unterschlupf und ist jeden Tauchgang wert. Die Farbenbracht der Korallen, die Fischvielfalt, die Schildkröten, die Mikro-Lebewesen und Tauchgänge mit über 41 Blau-Punkt-Weiß-Spitzen-Stachelrochen erfüllen die Wünsche eines jeden Tauchers.

Beim Check-Tauchgang von der Basis aus werden alle Grundübungen einmal durch gegangen. Als CMAS ** Taucher hatte ich soweit noch alles drauf 😉 Danach steht dem ersten Bootstauchgang nichts im Wege. Das Team der Basis auf Lankayan setzt täglich drei Bootstauchgänge an. Wer öfters Tauchen möchte, darf am Hauswrack vom Ufer aus so oft Tauchen gehen wie es die Stickstoffsättigung zulässt 😉 Für potentielle Taucher, die erst die Ausbildung machen möchten, empfehle ich Lankayan nicht. Es gibt hier nämlich keinen Pool oder eine Freiwasser-Plattform, auf der die ganzen Grundlagen und Übungen gefestigt werden können. Schnorcheln dagegen kann jeder, da allein hier schon vor der Haustüre sich Schildkröten und die unterschiedlichsten Fische tummeln.

Besondere Tauchgänge: Wenn das Boot Richtung Philippinen auslief, gingen immer besondere Dive-Guides mit an Board. Ausgerüstet mit Handgranaten, Maschinengewehren und alles, was ein Soldat an sich trägt, bewachten diese Kumpels das Boot, während die Taucher die Unterwasserlandschaft genossen. Angeblich sind die Jungs an Board, um Malaysia vor illegalen Einwanderern zu beschützten oder aber auch vor Piraten. Was einem jedoch keiner bis dato gesagt hatte, dass in den Philippinen noch immer mit Dynamite gefischt wird. Solch eine Detonation mit gefühlter Vibration habe ich noch nie Unterwasser erlebt. Ungefährlich, da über fünf Bootsstunden entfernt, aber dennoch eine verdammt komische Situation, die alle Taucher aus der Routine brachte. Im ersten Moment haben alle ihre Ausrüstung geprüft, da an dieser noch alles funktionstüchtig war, ging der Tauchgang auch weiter. Die hier vorweggenommene Aufklärung gab es für uns erst nach dem Tauchgang. So oft kommen solche Situationen, laut Dive-Gudies, auch nicht vor, daher bleibt Lankayan ein perfektes Ziel für den Tauchurlaub.

Zustand der Tauchausrüstung und Service

Ich selbst nehme auf solchen Reisen kein eigenes Equipment mit, daher achte ich bei Tauchschulen stets auf die Qualität, beziehungsweise den Zustand der Gerätschaften. Am liebsten tauche ich mit dem DIN System, da es meiner Meinung nach, mehr Sicherheit bietet als das INT System.

Das DIN System wird über ein Gewinde fest mit der Flasche verschraubt. Beim INT System wird nur ein Bolzen in eine Nut geschraubt, die leichter abrutschen kann, sobald man wo hängen bleibt. Aber auch nur dann. Leider hat sich in Asien das INT System durchgesetzt. Das sollte jedoch dem Tauchspaß nichts entgegensetzen. Auf Lankayan ist das ganze Equipment in gutem Zustand. Von den der ersten Stufe – dem Anschluss an die Pressluftflasche – , über die zweite mit Automaten, Finimeter und Tiefenmesser bis hin zu den Jackets wird alles ordnungsgemäß vorher geprüft. Gleichzeitig baut die Crew auch die gesamte AUsrüstung gleich zusammen – das ist ein angenehmer Service. Ich neige aber dazu, vor jedem Tauchgang das System selbst nochmals zu prüfen. Es hat sich innerhalb der letzten 16 Jahre Tauchen einfach bewährt. Dennoch gab es auf Lankayan kein einziges Mal etwas zu bemängeln, was auch noch für die Qualität des Services spricht. Bei nächster Gelegenheit werde ich auf jeden Fall wieder auf Lankayan Island Tauchen gehen.

Unterkunft, Erholung und Nebenprogramm

Da Tauchen bekanntlich hungrig und müde macht, ist auch für die Zeit außerhalb des Wassers auf Lankayan bestens gesorgt. Ein umfangreiches Buffet zur Frühstücks-, Mittags- und Abendessenszeit bietet für alle Fleischesser und Vegetarier ein umfangreiches Angebot. Zwischen den Hauptmahlzeiten gibt es immer kleine Snacks, frei nach dem Motto – all you can eat. Wer dann nach dem Tauchen und Essen endgültig reif für ein Mittagsschläfchen ist, lässt sich am besten auf einer der Sonnen-Lodges mit Schatten spendenden Sonnensegel nieder. Für mehr Privatsphäre sind die Bungalows oder die Balkone der Bungalows genau das Richtige. Die hohe Sauberkeit und sehr geräumigen Zimmer lassen richtig entspannen. Die Aussicht auf weißen Sandstrand und türkis-blaues Wasser steigern dieses Gefühl nur. Völlig erholt kann die Insel zu Wasser auch per Kanu erkundet werden. Ein absolutes Highlight im Nebenprogramm ist die Schildkrötenaufzucht. Lankayan ist eine beliebte Brutstätte. Um dies zu fördern werden die gelegten Eier vor Fressfeinden geschützt. Dadurch können Besucher jeden Abend bei der Freisetzung von Schildkröten Babys zusehen. Nachtschwärmern bietet die Station auch an, Schildkröten bei der Ei-Ablage zu beobachten. Wie ihr seht ist auf Lankayan, trotz der Größe, einiges Geboten und es wird einem nicht langweilig. Also auf, auf und ab nach Malaysia 😉

Mein nächstes sportliches Ereignis wird auf den Gilis sein, sobald meine Eltern zu besuch sind. Als langjährige Taucherfamilie, über 15 Jahre, hoffen wir dort von der Unterwasserwelt genau so verzaubert zu werden, wie auf Lankayan.

Wart Ihr schon in Malaysia oder Indonesien Tauchen? Welchen Tauchspot könnt ihr empfehlen? Freue mich über jeden eurer Tipps 😉

 

  • Kategorie Reisen Sport

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