Working Remote – Ungeahnte Hürden

Working-Remote-Pool-2Die Rückmeldungen auf meine ersten Artikel waren für mich überwältigend – Danke für alle Nachrichten und Facebook-Kommentare 🙂 Dafür gibt es jetzt den zweiten Post der Reihe – Working Remote. Auf die Rückmeldungen möchte ich in diesem Beitrag auch mit eingehen, denn kritischen Stimmen sollte man immer Gehör schenken. Einer meiner Leser hat zu Working Remote eine zu bedenkende Hürde genannt, die es aus seiner Sicht nicht zu bewältigen ist. Die Überzeugungskraft – Ich finde diesen Input sehr gut, seine Aussage ist:

„Von Angesicht zu Angesicht wirken Worte überzeugender als per eMail oder Telefon. Im direkten Gespräch kommt man bei Meinungsverschiedenheiten schneller zu einer Lösung. E-Mail und Telefon wirken in solch einer Situation nicht verbindlich genug.“

In einem Team, in dem es häufig zu Auseinandersetzungen kommt und sich die Beteiligten noch nie gesehen haben, kann ich mir das gut vorstellen. In unserem Team konnten wir bisher alle Meinungsverschiedenheiten zügig über Skype und Hangouts klären, da die Motivation, sehr gute Arbeit abzuliefern, bei allen Beteiligten hoch ist.

Wie finden wir die richtigen Teammitglieder?

Auch im Buch Working Remote von 37Signals wird dieser Punkt behandelt. Die Autoren empfehlen, dass sich das Team beispielsweise zwei Mal im Jahr für zwei Wochen an einem Ort trifft. Solch ein Treffen ist perfekt, um alle Teammitglieder abzustimmen und auf eine Wellenlänge zu bringen. Das stärkt die Motivation, das Zusammengehörigkeitsgefühl und den Workflow. Mein Team wird dieses Treffen Ende August abhalten und sich in Deutschland treffen. Bis dahin erfolgt die Abstimmung weiterhin über Skype, Hangouts und eMail. Auch Rafael, der WebDesigner meines Vertrauens, ist mit der bisherigen Zusammenarbeit voll zu frieden. Sagt er zumindest 😛 Was ebenfalls in Working Remote beschrieben wird, ist, dass ein neues Teammitglied für einen Monat im Hauptquartier der Firma mitarbeitet, um heraus zu finden, ob der neue Mitarbeiter zum Rest passt und harmoniert. Diese Probezeit wird bereits bezahlt, denn die Bewerber sollten von den Fähigkeiten bereits ein so hohes Skillset besitzen, dass sie sich gleich voll einfügen können. Ob dies für jede Firma geeignet ist, bleibt die Frage, da es sicherlich ein Kostenaspekt ist, ob man jemanden für die Probezeit anreisen lassen kann oder nicht. Ich würde dies mit einem Online-Fragebogen und Arbeitsaufgaben lösen. Im Falle einer Entwicklerin/eines Entwicklers könnte diese/dieser einfach eine Aufgabenstellung bearbeiten, um die Qualitäten heraus zu finden. Sollte dies zu einem neuen Teammitglied führen, trifft man sich einfach beim nächsten Teammeeting.

Neukunden-Akquise via Remote

Ein wachsendes Team wird nur dann benötigt, wenn auch genügend Aufträge vorhanden sind. Das heißt, entweder bleibt der vorhandene Kundenstamm bestehen oder die Fluktuation ergibt auch neue Aufträge. Wie bereits im ersten Teil angesprochen habe ich einen Teil meiner Kunden bis dato noch nie persönlich getroffen, mit denen die Zusammenarbeit dennoch bisher wunderbar klappt – Danke dafür. Doch da auch andere Kunden ihre Planung anpassen und Aufträge pausieren, ergibt es sich, dass ich zweitweise Ressourcen frei habe und diese mit neuen Aufträgen gefüllt werden können.

Doch wie funktioniert die Neukunden-Akquise via Remote? Vom Prinzip her genau so, wie das Recruiting von neuen Mitarbeitern. Ich sage bewusst „vom Prinzip her“, denn Kaltakquise war für mich, Gott sei Dank, noch nicht nötig. Immer wenn ein Kunde einen Auftrag pausiert hat, hatte ich das Glück, dass in diesem Moment ein anderer Kunde seinen pausierten Auftrag wieder aufnehmen wollte und so die freien Ressourcen wieder gedeckt wurden – yeah 😉

Geht offen auf euer Umfeld zu

Am liebsten arbeitet man doch für Menschen, mit denen man sich gut versteht, oder nicht? Ich zumindest 😀 Somit ergeben sich beim Arbeiten in einem neuen Umfeld, wie beispielsweise im Café Betlenut in Canggu, nette Gespräche, aus denen Empfehlungen werden. Ich habe dabei Jeromé aus den Niederlanden kennen gelernt. Jeromé arbeitet ebenfalls von Indonesien aus, da er aus familiären Gründen vollständig nach Bali gezogen ist. Im Gespräch ergab sich, dass er für zwei Kunden, einen aus New York und einen aus Rotterdam, jemanden wie mich (SEO und SEA) sucht. Also Kontaktdaten für neue Aufträge ausgetauscht 😉 Darauf hin haben wir alles weitere per Skype und eMail geklärt.

Ehrlicherweise muss ich an dieser Stelle sagen, dass es ohne das persönliche Gespräch sicherlich nicht so gekommen wäre, weshalb ich für mich zu dem Entschluss komme, dass die Akquise nur per eMail und Skype sicherlich nichts ist. Auch aus dem Grund, dass es in unserer Online-Marketing Branche leider zu viele unseriöse Machenschaften gibt, die sich der Akquise per eMail bedienen. Bei TMS habe ich außerdem gelernt – Wer in unserer Branche Kaltakquise betreiben muss, ist nicht gut genug. Wer gut genug ist, wird empfohlen! Aus diesem Aspekt heraus freut es mich besonders, dass ich nach Gesprächen und entsprechenden Arbeitsproben weiter empfohlen werde.

Mit dem richtigen Team und genügend Aufträgen

In meiner aktuellen Situation kann ich mich wirklich glücklich schätzen, dass das Team so motiviert zusammen arbeitet und auch genügend Aufträge vorhanden sind, sodass wir tatkräftig am MACHEN sind. Aus meiner Sicht kommt dies durch den Qualitätsanspruch jedes Einzelnen, die klare, freundliche Kommunikation und besonders dem Spaß an der Arbeit. Die Zeitverschiebung von sechs Stunden sehe ich weniger als eine Herausforderung. Viel mehr ist es ein Vorteil, der mich den Arbeitsalltag anders gestalten lässt. Daher wird der nächste Artikel in der Kategorie Berufsleben den Titel „Arbeitsalltag auf Bali“ tragen.

Die Orte an denen ich arbeiten kann sind vermutlich ab und zu eher untypisch für ein Büro.

  • Kategorie Berufsleben

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